Der Regenbogen der Bedürfnisse

  • Am Anfang ein gutes WarmingUp. 
  • Die TN werden gebeten in einem etwa 45-minütigem Gespräch die Bedürfniskarten aus der Mutfabrik auf einem großen Tisch (zwei Schultische) in ein für sie stimmiges System zu bringen.
  • Bei großen Gruppen bietet sich eine Aufteilung in kleine Gruppen an. Danach kann ein Austausch per Gruppenpuzzle stattfinden. Das heißt die TN jeder einzelnen Kleingruppe teilen sich so auf, dass an jedem Tisch mindestens ein TN aus den ursprünglichen Tischgruppen sitzt. Diese neuen Gruppen erhalten folgenden Auftrag: Zuerst stellen die TN, die das Schema nicht erstellt haben Vermutungen über das dargestellte System an. Danach erläutern die am Tisch sitzenden Experten das erstellte System und seinen Entstehungsprozess. Aller 5 Minuten rotieren die Gruppen zu einem neuen Tisch.
  • Austausch im Plenum

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Vorwürfe umwandeln

  • Zahnrad bilden:
    • im Kreis Aufstellen
    • zu zweit Abzählen
    • alle „Zweien“ stellen sich vor die rechts neben ihnen stehende „Eins“
  • Die TN im Innenkreis überlegen sich einen Vorwurf, den sie gehört oder selbst ausgesprochen. Sie schildern dem TN im Außenkreis kurz die Situation etwa „Du bist ich. Ich bin dein Chef.“ Dann beschimpfen sie ihre Übungspartnerin.
  • Diese stellt Vermutungen über die unerfüllten Bedürfnisse des Vorwurfaussprechenden an. Ob das, was da ausgesprochen wird, ein innerer Dialog ist, bleibt dabei offen.
  • Der Innenkreis rückt einen Platz weiter und experimentiert mit demselben Vorwurf und einer anderen Partnerin. Ca 4 Wiederholungen.
  • Danach Rollentausch, so dass der Außenkreis Vorwürfe äußert.
  • Austausch im Plenum:
    • Welchen Unterschied macht es in der Rolle der Beschimpften einfach nur nach dem unbefriedigten Bedürfnis des Vorwurfmachenden zu suchen.
    • Wie wirkt es, wenn Sie als Vorwurfmachender keinen Gegenvorwurf sondern Empathie bekommen.

Ich habe noch nie einen faulen Mann gesehen

Ich habe noch nie einen faulen Mann gesehen
ich habe schon mal einen Mann gesehen,
der niemals rannte, während ich ihm zusah,
und ich habe schon mal einen Mann gesehen,
der zwischen Mittag- und Abendessen manchmal schlief,
und der vielleicht mal zu Hause blieb an einem Regentag,
aber er war kein fauler Mann.

Bevor du sagst, ich wär‘ verrückt, denk’ mal nach, war er ein fauler Mann, oder hat er nur Dinge getan, die wir als „faul“ abstempeln? Weiterlesen

Angst

MARTHA NUSSBAUM: Nach der schönen Definition von Aristoteles umfasst Angst den Gedanken, dass ein bedeutsamer Schaden droht und man es nicht ganz in der Hand hat, ob man den Schaden abwenden kann, entweder für sich selbst oder andere, um die man sich sorgt. Wie man sieht, gibt es eine Menge Dinge, die bei der Angst falsch laufen können. Man kann falsch darin liegen, ob die Bedrohung überhaupt existiert oder wie groß sie tatsächlich ist. Aristoteles gibt das Beispiel einer Maus, die über den Boden läuft, was keine so bedeutende Bedrohung ist. Angst ist nicht nur ein subkognitiver Vorgang. Sie hat zwar Elemente, die rein physiologisch sind, aber in jeder komplexeren Situation umfasst sie auch kognitive Elemente. Würden wir nur in unserem evolutionären Erbe feststecken, könnten wir die Vorstellung eines Feindes gar nicht bilden. Was sollte das denn sein? Sogar bei den meisten Tieren hat die Angst kognitive Elemente. Ihre Gedanken haben Inhalt, sie haben einen rudimentären Begriff davon, was gut oder schlecht für sie ist. Angst hat einen kognitiven Inhalt – also kann sie auch in die Irre gehen.